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Aus der Arbeit des Festkomittes

Willershagen
Im Rostocker Stadtbuch, welches den Zeitraum 1254 – 1273 umfasst, steht im Jahr 1259 „Theodericus Bodecarius bürgte für Johannes de Willershagen„.
(Rostocks Bürger Theodor Bodekar bürgte dafür, dass der neue Bürger der Stadt Rostock, Johannes aus Willershagen, seinen Bürgerpflichten in den nächsten fünf Jahren nachkommen wird.) Daraus ist aber auch zu schlussfolgern, dass das Dorf schon vor 1254 existiert hat. Es ist auch nicht auszuschließen, dass bereits vor dem Hagendorf ein slawischer Ort existiert hat. Immerhin gibt es südlich vom ehemaligen Gut ein Flurstück mit der Bezeichnung „Im wüsten Feld“, was als Hinweis auf ein ehemaliges Dorf verstanden werden kann.

Gelbensande
In den „Nachrichten über die Kirchengemeinde Volkenshagen“ hat Pastor Kliefoth 1873 auch gesammelte Nachrichten aus den zur Kirchengemeinde Volkenshagen gehörenden Ortschaften dokumentiert. Zur Ortschaft Gelbensande folgendes:
„Zu Gelbensande, oder wie es in jenen Zeiten auch geheißen hat, Gelen-Sande, hat ursprünglich ein fürstlicher Heidereiter gewohnt.“ Das Visitations - Protokoll von 1649 führt nur den zu der Zeit „wüsten“ Land-Reiter-Katen, früher Heidereiterkaten, vor der Ribnitzer Heide auf. Die Entstehung von Gelbensande verdanken wir also der Heidereiterei, einem berittenen Forstaufseher. Dieser wird aber vor 1649 hier schon seinen Dienst versehen haben, denn im Jahr 1252 kaufte die Stadt Rostock dem Landesfürsten Borwin III. einen großen Teil der Heide zwischen Rostock und Ribnitz ab. Rostock verwaltete seinen Teil, aber auch der fürstliche Teil brauchte wohl einen Forstaufseher.

Nördlich von Gelbensande gibt es ebenfalls eine Wüstung, die „Grot Wöstung“.

Fazit: Die Gründung der beiden Dörfer ist nicht mehr nachvollziehbar, aber sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen schadet nicht.

Ebenso spannend ist die Entwicklung der Lokalverwaltung. Bis 1918 kann man von keiner echten Selbstverwaltung sprechen. Im Jahr 1869 erlässt der Großherzog von Mecklenburg Schwerin eine Gemeindeordnung“ für die domanialen Dorfgemeinden. „Die Ortschaft Gelbensande ist … mit Datum vom 1.Juli d.J. als Gemeinde organisiert“, so ist es in den Unterlagen des Domaniums festgehalten. Damit ist die Ortschaft Gelbensande seit 240 Jahren eine selbständige Gemeinde mit Dorfschulzen, Gemeinderat und Gemeindevorstand, die aber nur von den männlichen Grundstückseigentümern gewählt wurden. Der Büdner Heinrich Meuser wurde der erste gewählte Dorfschulze.

Die Novemberrevolution 1918 fand in Mecklenburg drei Typen der ländlichen Ortschaften vor: die domanialen Dorfgemeinden (Gelbensande, Blankenhagen) die ritterschaftlichen Ortschaften und Stadtdörfer und –güter (Willershagen, Rövershagen, Bentwisch)

1920 wurde der Ständestaat Großherzogtum Mecklenburg - Schwerin durch den Freistaat (Republik) Mecklenburg - Schwerin abgelöst. Die Frauen erhielten das Wahlrecht. Die Bürger konnten die Gemeindevertretung, den Landtag und den Reichstag wählen. Somit konnten auch die Willershäger Männer und Frauen und die Gelbensander Frauen ihren Schulzen wählen. Erster gewählter Schulze in Willershagen wird der Bauer Carl Wullenbäker.

Im Dritten Reich wurde 1935 die kommunale Selbstverwaltung durch das Führerprinzip ersetzt. Führer der Gemeinde Gelbensande mit Willershagen wurde Bauer Harms aus Willershagen.

Nach der Niederschlagung des Faschismus wurde 1946 die kommunales Selbstverwaltung der Gemeinden gesetzlich neu geregelt. Die anfänglich starke Selbstverwaltung wird dann in der DDR ständig weiter beschnitten.

Auf der Grundlage eines Beschlusses des Kreistages Rostock – Land vom 11.09.1958 wurden die Gemeinde Willershagen und die Gemeinde Gelbensande zur „politischen Gemeinde Gelbensande“ zusammengelegt. Vor 50 Jahren bekam die neue Gemeinde erstmalig eine gemeinsame Vertretung mit einer gemeinsamen Verwaltung. Der erste Bürgermeister dieser Gemeinde wird der Bootsbauer Jürgen Schiweck.

1990 erhalten die Gemeinden von der letzten DDR-Regierung das Recht und die Pflicht zur kommunalen Selbstverwaltung zurück, nachdem es nach 1949 immer weiter beschnitten wurde. Die erste frei gewählte Gemeindevertretung bestimmt den Mediziner Dr. Wolfgang Leithäuser zum Bürgermeister. Im Juli 1999 wählen die Bürger zum ersten Mal den Bürgermeister ihrer Gemeinde direkt. Sie wählen Herrn Rüdiger Flemming in dieses Amt.

Es lohnt sich also, sich mit der Geschichte der beiden Dörfer vertraut zu machen. Das ist auch das Ziel, welches das Festkomitee unter der Leitung des Bürgermeisters Lutz Koppenhöle anstrebt. Dabei sollen sich möglichst viele Menschen aus den beiden Orten einbringen können.

Über den Arbeitsstand wird hier laufend unterrichtet werden.